Die Digitalisierung der steuerlichen Kontrolle in Spanien hat zur Einführung neuer Systeme geführt, die die Nachverfolgbarkeit wirtschaftlicher Aktivitäten verbessern und den Kampf gegen Steuerbetrug verstärken sollen. Zu den wichtigsten gehören das System der unmittelbaren Informationsübermittlung (SII) sowie VeriFactu, das im Rahmen der Vorschriften für elektronische Fakturierungssysteme integriert ist.

Obwohl beide Systeme darauf abzielen, die Transparenz in der Rechnungsstellung und die steuerliche Compliance zu erhöhen, unterscheiden sie sich in ihrer Funktionsweise. Während sich das SII auf die nahezu unmittelbare Übermittlung von Umsatzsteuerdaten an die Steuerbehörde konzentriert, setzt VeriFactu direkt bei der Software an, die zur Rechnungserstellung verwendet wird.

Was ist das SII

Das SII ist seit 2017 in Kraft und verpflichtet bestimmte Unternehmen, ihre Umsatzsteuerregister kurz nach Ausstellung oder Erhalt einer Rechnung elektronisch an die Steuerbehörde zu übermitteln.

Dieses System betrifft hauptsächlich:

  • Große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 6.010.121,04 Euro
  • Unternehmen, die im Register für monatliche Umsatzsteuererstattung (REDEME) eingetragen sind
  • Umsatzsteuergruppen.

Die Daten müssen in der Regel innerhalb von vier Kalendertagen übermittelt werden, was eine direkte Integration zwischen Buchhaltungssystemen und Umsatzsteuerverwaltung erfordert.

Was ist VeriFactu

Das System VeriFactu ist Teil der Regelung für elektronische Fakturierungssysteme gemäß dem Königlichen Dekret 1007/2023. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Fakturierungsprogramme sichere, unveränderbare und überprüfbare Datensätze erzeugen.

Die Vorschriften sehen zwei Varianten vor:

  • System VeriFactu, mit automatischer Übermittlung der Rechnungsdaten an die Steuerbehörde
  • System ohne VeriFactu, bei dem die Software eine signierte Datei erstellt, die für mögliche Prüfungen aufbewahrt werden muss.

Im Gegensatz zum SII konzentriert sich VeriFactu darauf, wie Rechnungen erstellt werden, und stellt die Integrität der Daten bereits an ihrem Ursprung sicher.

Unterschiede zwischen SII und VeriFactu

Aspekt SIIVeriFactu
EinführungSeit 2017Schrittweise Einführung bis 2027
Was wird kontrolliertUmsatzsteuerregisterRechnungsdaten
FunktionsweiseÜbermittlung der Daten an die SteuerbehördeFakturierungssoftware mit sicheren Datensätzen
Wer ist betroffenGroße Unternehmen, REDEME und UmsatzsteuergruppenUnternehmen und Selbstständige

Unternehmen, die bereits dem SII unterliegen, müssen VeriFactu nicht anwenden, da das Kontrollniveau dieses Systems als ausreichend angesehen wird.

Einführungszeitplaz

Der Einführungszeitplan für VeriFactu wurde durch das Königliche Gesetzesdekret 15/2025 verschoben und legt folgende Termine fest:

  • Januar 2027 für Kapitalgesellschaften
  • Juli 2027 für alle übrigen Unternehmer und Freiberufler.

Darüber hinaus sieht die Regelung Sanktionen von bis zu 50.000 Euro pro Geschäftsjahr für Softwarehersteller oder -anbieter vor, die die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen oder die Manipulation von Rechnungsdaten ermöglichen.

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Unternehmensberater in Spanien